Oha, ich bin ja ein Digital Native!

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Digital Natives – als dieses Thema bei Facebook aufkam, war ich sofort dabei. Denn alles, was mit der digitalen Welt und neuen Technologien zu tun hat, gewinnt sofort meine Aufmerksamkeit.

Moment mal – Bin ich überhaupt ein Digital Native? Oder bin ich vielmehr ein Digital Immigrant? Wer bestimmt das? Und warum muss immer alles so furchtbar eingegrenzt werden?

Warum die Zugehörigkeit zu einer Generation dabei völlig egal ist

Ich erinnere mich noch an eine Zeit, in der es bei mir zuhause kein Internet gab. Als Disketten als die kleinsten Datenträger bezeichnet wurden. Als meine Sims-Spiele aus mehreren CDs bestanden. Und als das Internet mit dem lustig piepsenden und knacksenden Modem endlich auch bei uns ankam, konnte man dabei nicht mal gleichzeitig telefonieren.

„Geh‘ mal aus dem Internet! Ich muss telefonieren!“

Mir wurde die moderne Technik also nicht in die Wiege gelegt. Ich konnte mit meinen speckigen kleinen Babyfingern noch nicht am IPad rumpatschen. Und trotzdem: Schon beim ersten Starten eines Tablets vor ein paar Jahren konnte ich es bedienen. Ganz automatisch konnte ich mit dem Finger „klicken“, Wisch-Gesten ausprobieren, Menüs aufrufen. Ich bewege mich im Internet, als hätte ich nie etwas anderes gemacht – und ich kann behaupten, dass das überhaupt nichts mit meinem Alter zu tun hat.

Bin ich mit dem Internet „aufgewachsen“? Ja. Ich war noch ein Kind, als ich das erste Piepsen des Modems hörte. In der 8. Klasse schrieb ich ein Referat mit Hilfe des Internets. E-Mails habe ich schon viel früher verschickt und via ICQ habe ich mit meinen Freunden die Hausaufgaben ausgetauscht. 😉

Das Verhalten bestimmt einen Digital Native, nicht das Alter.

Bei Lexa bin ich auf den Aufsatz von Marc Prensky – dem Urvater des Begriffs – gestoßen („Digital Natives, Digital Immigrants“), der nicht mehr schlicht nach Alter differenziert, sondern die Begriffe anhand von Eigenschaften erklären will.
Und dieser Ansatz gefällt mir so viel besser. Er erlaubt es nämlich, sich schon aufgrund des Verhaltens oder der persönlichen Einstellungen und Vorlieben einer Gruppe zugehörig zu fühlen. Und selbst wenn man mal von der Gruppe absieht:

Als Mensch definiere ich mich schließlich auch über meine Handlungen und meine Gedanken – nicht über eine angebliche „Generation Y“, deren Grenzen irgendwann von irgendwem festgesteckt wurden, der mich nicht kennt. Ein Mensch definiert sich auch nicht über den Begriff „Digital Native“. Zumindest sollte er das nicht. Der Begriff ist eine Hilfsbezeichnung. Um irgendwie das zu erklären, was ihn von anderen Menschen unterscheidet.

Dabei gehe ich keineswegs undifferenziert mit der digitalen Welt um. Selbstverständlich ist im Internet nicht alles friedlich. Selbstverständlich bin ich mir der „neuen“ Gefahren bewusst, die es eigentlich schon immer gab, die jedoch im digitalen Zeitalter eine neue Dimension erreichen. Man muss sich dessen bewusst bleiben und dafür auch Lösungen finden. Nichtsdestotrotz halte ich eine grundsätzliche Verteufelung für falsch.

Warum ich dieses Zeitalter mag: Die Vorteile eines Digital Native

  • Arbeiten ist so viel einfacher!
    Hausaufgaben habe ich noch in ein Heft geschrieben. Hausarbeiten in der Uni gingen ganz leicht am PC. Informationen googlen ist selbstverständlich. E-Mail-Austausch mit dem Prof. oder dem Lehrstuhl geht auch ganz schnell. Mit der Zeit lernte ich auch, schneller zu tippen als zu schreiben.
    Prüfungsnoten konnte ich mit Hilfe des Onlineportals von zuhause aus einsehen.
    Und auch beim Arbeiten läuft das meiste über formalisierte, maschinell erstellte Schreiben. Es geht schneller, man kann sich Muster anlegen, die man nur noch ausfüllen muss.
  • Mobilität
    Ich kann immer und überall erreichbar sein – wenn ich das will. Für viele ist das ein großer Kritikpunkt, der für mich jedoch ein großer Vorteil ist. Wenn ich nicht ans Handy gehe, dann ist es halt so. Ich fühle mich nicht gezwungen, sofort eine Whatsapp-Nachricht zu beantworten (und ehrlich gesagt habe ich auch niemanden in meinem Freundeskreis, der deswegen beleidigt wäre…).
    Mit Google Maps kann ich schnell nachschauen, wo der nächste Parkplatz ist und das niedliche unscheinbare Restaurant, welches ich sonst einfach ständig übersehe. Ich laufe auch echt ungern mit einer Straßenkarte oder einem Atlas durch die Gegend. So groß ist meine Handtasche ja nun auch nicht.
  • Hobbys und die Möglichkeiten
    Ich bin ein Mensch mit vielen Hobbys. Als ich klein war, habe ich z.B. gerne gezeichnet und gemalt. Ich liebte Kunst. Ich liebte auch die Musik. Die Fotografie entdeckte ich irgendwann für mich. Ich fing irgendwann auch an, eigene Bücher zu schreiben.
    Und der Sprung vom analogen Dasein meiner Hobbys in die digitale Welt war für mich sehr faszinierend. Zeichnen kann ich neuerdings mit einem Grafiktablet. Musik höre ich via Internetradio oder Spotify. Bücher kann man jetzt einfacher als je zuvor als Selbstverleger veröffentlichen. Und das Bearbeiten von Fotos in Photoshop zähle ich einfach auch mal zur digitalen Technik. 😉
  • Selbst ist die Frau/der Mann – Kundenservice muss nicht immer sein.
    Wenn mein PC mal spinnt, gebe ich die Fehlermeldung fix in Google ein. Oder ich frage mal schnell in der passenden Facebook-Gruppe (wenn man die richtigen hat, sind die wirklich Gold wert!). Meistens habe ich die Lösung noch am gleichen Tag, ohne meinen Internetprovider anrufen und in der langen Bimmel-Warteschlange zu hängen.
    Klar – man muss schon darauf vertrauen, was man da macht und damit rechnen, dass es vollends in die Hose geht. Aber ich persönlich mag es sehr, dadurch einfach selbst dazuzulernen.
  • Du kannst lernen, was immer du willst!
    Viele Berufe beispielsweise erfordern keine Ausbildung. Wenn ich Lust darauf hätte, mich ab sofort „Fotografin“ zu nennen, könnte ich das tun. Wenn ich dabei auch noch gute Arbeit abliefern wollte, dann müsste ich einfach nur ein bisschen lesen. Im Internet. Auf Blogs oder in Videokursen. Oft kostenlos.
    Die „echten“ (ausgebildeten) Fotografen sehen das vermutlich nicht so gern. Es ist aber möglich.
    Ich könnte auch Webdesign lernen, wenn ich wollte.
    Ich könnte lernen, wie man einen PC selbst zusammenbaut.
    Ich kann Origami lernen. Oder Stricken. Oder Backen!

Das Internet als größte Datenbank der Welt bietet mir all diese Möglichkeiten. Und ich bin sehr froh darum.
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Dieser Beitrag ist im Rahmen der Blogparade No Monologue entstanden. Bei No Monologue schreiben wir monatlich über ein Thema, das viel Fläche für Diskussionen bietet und zu dem jeder seine eigene Meinung beitragen kann. Diesen Monat lautete das Thema Digital Natives.

22. April – Vita
23. April – Märzmädchen
24. April – Carotellstheworld
25. April – Maxie Renée
26. April – Lexasleben
27. April – Innocent Glow
28. April – Christina macht was
29. April – Cherrypuke’s Blog
30. April – hier auf Changiereffekt 😉

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Wie stehst du denn dazu? Siehst du dich als Digital Native? Siehst du mehr Vorteile oder mehr Probleme mit der digitalen Welt?

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Autor: Diana

Hallo! Ich bin Diana. Dieser Blog ist meine Spielwiese für Blogtipps, Organisation, besonders einfache Nageldesigns, schnelle DIYs und unkomplizierte Rezepte. Ich halte für dich meine Erfahrungen und spezielle Tipps fest, damit du die schönen Dinge ganz einfach nachmachen kannst. Mehr über mich

10 Kommentare

  1. Es ist menschlich sich in irgendwelche Kategorien zu zwängen.
    Selbst das „Ich gehöre zu keiner Kategorie an“ ist eine Kategorie.

    Schreib einen Text über Extrovertiert/Introvertiert und in den Kommentaren ordnet man sich einers Typen automatisch zu (übrigens die meisten wohl introvertiert, weil das der neuste Shizzle ist XD)

    Viele Berufe beispielsweise erfordern keine Ausbildung. Wenn ich Lust darauf hätte, mich ab sofort “Fotografin” zu nennen, könnte ich das tun. Wenn ich dabei auch noch gute Arbeit abliefern wollte, dann müsste ich einfach nur ein bisschen lesen. Im Internet. Auf Blogs oder in Videokursen. Oft kostenlos.

    Mit nur lesen wird man beim fotografieren nicht weit kommen…

    • Dass das Kategorisieren menschlich ist, habe ich nie bestritten. Ich habe jedoch gelernt, dass eine Kategorie allein einen Menschen nie ausmachen kann.

      Und ich denke doch, dass man schon mit dem Lesen alleine auch beim Fotografieren weit kommt. 😉 Die praktische Seite (das Üben) ist natürlich wesentlich wichtiger. Spielt in meiner Hommage an das Lernen im Internet jedoch zunächst keine Rolle.

      Beste Grüße

  2. Ich stimme dir absolut zu, was das Lernen angeht – das Internet bietet so viele Möglichkeiten. Ohne das Netz wäre ich nie so leicht dazu gekommen, mir selbst damals als 13jährige HTML und CSS beizubringen und Grafiken zu erstellen, sie mit anderen zu vergleichen, Feedback zu bekommen etc – heute arbeite ich im Bereich Gestaltung, obwohl ich etwas anderes studiert habe.
    Liebe Grüße
    Sabine

    • Ich finde die Möglichkeiten auch richtig gut. Das Feedback, das man bekommt, ist je nach Konstellation auch wirklich Gold wert. 🙂

  3. Das mit dem Lernen ist ein super Aspekt! Tatsächlich habe ich mir durch das Internet mein ganzes Fotografie-Wissen angeeignet und natürlich auch mein Blogwissen 😀

    Liebe Grüße,
    Vita

  4. Schön, dass du die Vorteile des Internets nochmal so detailliert niedergeschrieben hast. Daran sieht man noch mal, was uns das Internet doch alles bringt. 🙂
    Genau wie Vita auch schon geschrieben hat, habe ich mein Blogwissen auch zum großen Teil der Onlinewelt zu verdanken. Bevor ich meinen Blog gestartet habe, wusste ich gar nichts 😀

  5. Toller Artikel. Ich stimme voll mit die überein und bin wohl in deinem Alter, denn gerade den ersten Teil fand ich sehr interessant. Babys sind auch keine Digital Natives, aber können sehr schnell mit den Geräte umgehen. Oder ich sehe das auch bei meinen Nichten und Neffen im Teenager-Alter. Den musste man das gar nicht beibringen.

    Einen Punkt deiner Vorteile sehe ich allerdings etwas zweiseitig. Das mit dem einfachen Arbeiten.
    Klar kann man irgendwie einfacher eine Bachelorarbeit schreiben oder sowas. Aber mehr Zeit habe ich dadurch auch nicht. Früher musste man halt zur Bibliothek fahren und sein handgeschriebenes Manuskript am Ende mit Schreibmaschine abtippen. Viel unnötige Zeit. Trotzdem habe ich auch ein halbes Jahr für meine Bachelorarbeit gebraucht, trotz Computer.
    Manchmal wünsche ich mir schon ein bisschen die Einfachheit zurück.
    Lg
    Judith

    • Da ist wohl jeder ein bisschen anders. Woran lag es denn, dass du ein halbes Jahr gebraucht hast? Wäre es schneller gegangen ohne Computer?
      Für mich liegt die „Gefahr“ beim Online-Arbeiten wohl am meisten in der Ablenkung. Je mehr Möglichkeiten man hat, desto entspannter ist auch der innere Schweinehund. 😀 Wenn man das gemeistert hat, dann finde ich Computerarbeit dennoch viel einfacher als das Schreiben per Hand.

      Beste Grüße

  6. ich bin wohl auch ein digital natives. ich merke es wie du daran, dass ich viele technische gerätschaften sehr viel schneller verstehe als zum beispiel meine eltern. einfach weil ich medienaffin bin und einigermassen weiß was ich wie machen muss 🙂
    und all deine vorteile kann ich auch so unterschreiben. ich bin gern ein digital native 😀

    liebe grüße HYDROGENPEROXID – Lifestyle Blog

  7. Nach, Modems. Das waren noch Zeiten! Ich habe als 15jahrige oft stundenlang die Telefonleitung besetzt, weil ich im Internet surfen wollte. Naja, was man um 2000/01 rum so machen konnte. Chatten.

    Ich bin mit Computern aufgewachsen, da mein Vater schon immer einen hatte und technisch sehr interessiert ist. So habe ich als Grundschulkind schon gerne am PC gespielt und später Texte geschrieben. Mit 12 bekam ich den alten PC meines Vaters und vielleicht ein Jahr später sein altes Modem.
    Wenn ich heute die Kinder mit ihren Smartphones sehe, habe ich gemischte Gefühle. Brauchen die das wirklich schon? Wissen die, wie man damit richtig umgeht? Mit ihren Daten im Internet?
    Ich bin froh, dass ich noch ohne Handy aufgewachsen bin, sondern nur mit PC. Ich hatte noch nicht mal einen Gameboy. Als Kind muss man sich ja nicht ständig ablenken lassen durch mobile Geräte.
    Trotzdem möchte ich die heutige Technik nicht missen, denn ich finde sie toll. Aber manchmal verfluche ich sie auch, weil erwartet wird, immer erreichbar zu sein oder Freunde bei Treffen lieber aufs Handy starren, als sich zu unterhalten.

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