Vom Unperfektsein: Ich kann voll nicht…

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Ich selbst sehe mich gerne als eine Person, die viele Dinge kann. Und die meisten davon sogar richtig. Es motiviert mich, zu wissen, worin ich gut bin.

Aber es gibt auch die andere Seite: Die Fehler, die kleinen unperfekten Eigenarten und Eigenschaften, von denen einige mich stören und dennoch zu meinem Wesen gehören. Ohne sie wäre ich nicht ich!

Es ist wichtig, beides zu kennen.

Scheinbar geht zurzeit eine kleine (fast unsichtbare?) Blogparade durch die Bloggerwelt. 😀 Katja fing an und lud ausdrücklich ein, mitzumachen. Dann las ich es bei Ulli und später noch bei anderen: Die Ode an das Unperfektsein.

unperfekt-sein-blogparade

Es geht darum, Dinge aufzulisten, die man eben nicht perfekt beherrscht. Kleine Schwächen zu zeigen. Weil auch Blogger schließlich noch Menschen sind. Also habe ich mal die 10 Dinge herausgekramt, die ich „voll nicht kann“.

Ich kann voll nicht…

1. … Liegestützen machen.
Ich mache nach wie vor die Frauenliegestützen und quäle mir selbst da einen ab. Mal sehen, ob ich mich mit Blogilates ein bisschen stärken kann.

2. …warten.
Warten ist für mich tatsächlich ganz schrecklich. Schlimmer wird es, wenn ich dabei nichts zu tun habe. Warten beim Arzt, warten auf den Bus, warten bis der Bus hält, warten auf einen Telefonanruf… ich bin dann nicht nur fürchterlich gelangweilt, sondern auch sehr gestresst, weil ich mir überlege, was ich in er Zeit alles erledigen könnte. Daher versuche ich mich in der Wartezeit besonders stark abzulenken. Mein neuester Versuch gilt meinem Kindle. Beim Lesen vergeht die Zeit schneller und ich schaffe mehr Bücher für meine Reading Challenge. 😀

3. … traurige Zeichentrickfilme sehen.
Der traurigste Film aller Zeiten ist für mich „In einem Land vor unserer Zeit„. Den habe ich als Kind gesehen und dermaßen geweint dabei, dass ich heute immer noch traurig werde, wenn ich nur an den Film denke. Eigentlich ist er sehr süß gemacht – aber schon am Anfang kullerten Krokodilstränen.

4. … beim Tippen auf die Tastatur schauen.
Seit ich das 10-Finger-System gelernt habe vor vielen vielen Jahren, geht mir das Tippen glücklicherweise sehr schnell von der Hand. Allerdings geht das nur soweit, wie ich meine Finger auch einfach laufen lasse. Sobald ich auf die Tastatur schaue oder mich auf einen bestimmten Buchstaben konzentriere und nur DEN tippen will, weiß ich nicht mehr, was ich da eigentlich tue.
Ich sehe zwar die Buchstaben, aber beim Zugucken wollen sich einfach keine Worte verknüpfen.

5. … motiviert in den Tag starten.
Ich schaffe es schon, früh morgens aufzustehen und mir selbst beim Zähneputzen im Spiegel zu begegnen. Aber ich bin ein Morgenmuffel. Ich finde es nicht gut, das wunderschöne, weiche, warme Bett verlassen und in die Welt raus zu müssen, in der dauernd irgendwer irgendwas will. Die Motivation kommt dann im Laufe des Vormittags meistens von allein. Aber mit einem strahlenden Grinsen aufzuwachen und GUTEN MORGEN MEINE LIEBEN zu schreien – sowas käme mir nie in den Sinn.

6. … ohne Musik Autofahren.
Mich macht die Stille im Auto unglaublich nervös, erinnert mich vermutlich unterbewusst an meine angespannte Führerscheinprüfung. 😀 Rückwärts einparken war kein Ding, aber für Smalltalk war der Prüfer nicht aufgelegt.

7. … die Finger von Haarfarbe lassen.
Obwohl ich meine Naturhaarfarbe mag (und sie sehr oft auch “trage”, weil sich die Colorationen bei mir eh immer auswaschen), greife ich dennoch oft zu Färbungen. Ich mag eben Veränderungen an meinen Haaren – jedoch auch nicht genug, um mal andere Farben auszuprobieren. 😀 Mein Herz gehört dem Rot und Rotviolett. Je nachdem.

8. … im Bus rückwärts fahren.
Mir wird nicht direkt schlecht, aber ich mag es lieber, nach vorne zu sehen. Wenn nur noch Rückwärts-Plätze frei sind, stehe ich lieber.

9. … mit Spaß shoppen gehen.
Ich gehöre zu den Frauen, die sich nicht unbedingt das größte Glück darin vorstellen, stundenlang durch enge Stores und muffige Boutiquen zu stolpern und sich in Klamotten zu quälen, die am Ende doch nicht gekauft werden – aber wenigstens mal angezogen und geguckt. Nee. Ich bin schon längst zum Onlineshopping übergelaufen. Das einzige, weswegen ich noch einen Laden aufsuche, sind Schuhe. Da finde ich online zu bestellen eher schwierig.

10. … auf Süßigkeiten verzichten.
Ich habe es versucht. Ich habe sogar in der Fastenzeit den Süßkram von meinem Speiseplan gestrichen – und es eingehalten! Aber insgesamt brauche ich es in meinem Leben (wie dramatisch das klingt…). Vielleicht als kleinen Luxus, als Belohnung oder vielleicht auch einfach, weil es so gut schmeckt. Ich kann immer nur eine Weile darauf verzichten und freue mich sehr, wenn ich wieder in die Schokolade beißen kann.

Das waren die Dinge, die ich einfach nicht kann. Das Unperfektsein zu akzeptieren, ist wirklich eine Kunst.

Gibt es Dinge, in denen du nicht gut bist? Wenn du möchtest, teile sie in den Kommentaren mit. 🙂

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Autor: Diana

Hallo! Ich bin Diana. Dieser Blog ist meine Spielwiese für Blogtipps, Organisation, besonders einfache Nageldesigns, schnelle DIYs und unkomplizierte Rezepte. Ich halte für dich meine Erfahrungen und spezielle Tipps fest, damit du die schönen Dinge ganz einfach nachmachen kannst. Mehr über mich

23 Kommentare

  1. Schöner Beitrag. 🙂
    Ich bin auch nicht so die Shoppingqueen, die stundenlag durch die Geschäfte stöbern kann. Mal ein wenig bummeln geht, aber ich halte mich selten länger in einem Klamottenladen auf. Wenn mich beim ersten Rundblick nichts anspricht, bin ich wieder raus. ;D
    Ich bin auch eher zum online shopping übergegangen, weil ich lieber in Ruhe anprobiere…

    • Hallo. 🙂
      Genau, wenn mich auf den ersten Blick ein Kleidungsstück sofort anspricht, denke ich ernsthafter darüber nach, es doch vor Ort anzuprobieren. 😀

  2. Im Bus rückwärts fahren kann ich mittlerweile auch nicht mehr. Wobei ich glaube das liegt einfach dadran, dass in Hamburg die Busse mehr Anfahren-Abbremsen als in meiner Heimatstadt und dieses Gerüttel vertrag ich nicht mehr so…

    … Deswegen schau ich meistens ob ich mit U- oder S-Bahn ans Ziel komm 😀

    • Als Kind bekam ich mal von einer „älteren Dame“ im Bus gesagt, dass das mit dem Alter kommt, wenn man nicht mehr rückwärts fahren kann. Ich hab gelächelt, genickt und mir gedacht „Is klar…“.
      Mittlerweile weiß ich, dass sie recht hatte – zumindest was mich betrifft. 😀

  3. Ich kann dir ausnahmslos bei allen Punkten zustimmen. Hätte auch von mir handeln können. 😀
    Zu Nummer 3 kann ich sagen: Hast du schon einmal ‚Watership Down – Unten am Fluss‘ gesehen? Für mich einer der traurigsten (Zeichentrick-)Filme überhaupt.
    Shoppen gehen finde ich auch immer sehr anstregend. Auch wenn ich bei manchen Dingen lieber im Geschäft einkaufe, bin ich nach spätestens 3 Läden fertig und brauche erst einmal eine Kaffeepause. Meist finde ich die Luft in den Läden auch nicht so toll, dann das ganze An- und Ausziehen, drinnen stickig, draußen eiskalt (oder im Sommer noch heißer als drinnen).. Näää. Blöd! 🙂

  4. das hast du schön geschrieben. übrigens bin ich auch nicht der shopping typ frau 🙂
    liebe gruesse!

  5. Jaja, perfekt ist wirklich niemand, aber jeder möchte so gern alles können.
    Mit dem shoppen gehts mir auch so, das ist echt nicht meine Lieblingsbeschäftigung. In den Läden ist es immer vollgestellt und wirklich IMMER sind viel zu viele Menschen um einen rum. Ich fühl mich dann immer so beobachtet 🙂 Momentan warte ich noch, dass DM endlich einen Onlineshop hat, dann kann ich auch Kosmetik von zu Hause aus erledigen 🙂
    Liebe Grüße
    Lisel von http://www.miss-flauschig.de

    • Da kommt es auch ein bisschen auf die Definition an. Was heißt perfekt? 🙂
      Alles können ist in meinen Augen sowieso unmöglich. Wichtig ist, dass man weiß, was man kann und was man nicht kann – und es dabei belässt. 😀 Dann ist das Leben so viel einfacher.

      Dir auch liebe Grüße!

  6. Ein toller Beitrag – und ich kann mich in fast allen Punkten wiederfinden! 😉
    Meinen Post muss ich auch endlich mal zu Ende tippen… ich kann nämlich voll nicht: alles so rechtzeitig fertig kriegen, wie ich gerne würde. 😀

  7. Nr. 9 kenne ich gut. Ich bin dann eher schnell angenervt und will nach Hause. 😀

  8. Schön zu lesen, dass es noch ein paar Nicht-Shopperinnen gibt. I’m not alone! |D
    Und oah, du hattest während der Führerscheinprüfung auch Stille im Auto? Mein Fahrlehrer damals hat mir verboten, das Radio anzumachen, weil.. Baum. Weil halt. Schrecklich! Ich fahre auch immer mit Musik.. vielleicht deshalb, wer weiß.

    • Ja! Während der normalen Fahrstunden habe ich ganz normal Radio gehört und im wirklich ernsten Moment darf ich das auf einmal nicht mehr… Ich fühle mich deswegen als Beifahrer auch immer am wohlsten, wenn Musik läuft. 😀

  9. Hach, Diana!
    Ich freue mich über diese vielen tollen „Ich kann voll nicht…“-Listen, die ich so langsam entdecke! Dabei war es gar nicht so „groß“ geplant. Umso schöner <3
    Deine Liste enthält viele Dinge, die ich gaaaaaaar nicht schlimm finde (wahrscheinlich, weil's mir ähnlich geht ^^).
    Das mit der Haarfarbe kenne ich auch, aber in den letzten Jahren haben meine Haare so unter diesen vielen Haarexperimenten gelitten, dass ich immer wieder versuche, der Versuchung zu widerstehen. Klappt mittlerweile ganz gut. Wenn, dann nur den Ansatz (und zwar in Braun) und wenn was großes verändert werden muss, geht's zum Frisör meines Vertrauens.

    Liebste Grüße und Danke dir für's Mitmachen!
    Katja

  10. Das ist ein sehr schöner und ehrlicher Artikel! Mit den Süßigkeiten und der morgentlichen Motivation geht es mir genauso!
    Liebe Grüße
    Nicole

  11. Hallo Diana!

    Jetzt wo ich deine Liste lese, würde ich am Liebsten Punkte auf meiner eigenen Liste ergänzen. 😀
    Ich kann mich in fast allen Punkten wiederfinden, aber ganz besonders in Punkt 2.

    Viele Grüße
    Steffi

  12. Ziemlich cool!

    Habe jetzt schon immer mal wieder ganz kurz was darüber gelesen, aber einen dieser Beiträge habe ich selbst noch nicht komplett gelesen.
    Finde ich immer wieder sehr spannend, so etwas zu lesen – ich selbst könnte das aber nicht, weil das genau das erste auf meiner Liste wäre. In Worte fassen, was ich nicht kann. 😀

    Liebe Grüße
    Moony

  13. Toller Beitrag, da muss ich gleich mitmachen:) Ich bin zum Beispiel total schlecht im Warten. Wenn es darum geht, etwas abzuwarten werde ich voll schnell nervös, ungeduldig und manchmal richtig missmutig. Ich habe viele Talente aber das gehört definitiv nicht dazu.
    Stundenlang shoppen kann ich auch nicht, bekommen dann schlechte Laune von der ganzen schlechten Ladenluft oder dem grellen Licht, brauche immer etwas zum ausbalancieren, Stück Kuchen oder Kaffee:) Mag dieses Gerempel, regelrechtes Pogo in manchen Shops überhaupt nicht:( Bevor ich noch Stunden weiterrede, hast erstmal was zu lachen:)

    Lieben Gruß Marci

  14. Sehr schöner Post. Ich finde, dass man ruhig öfter mal dazu stehen kann, dass man nicht von oben bis unten und allen Seiten perfekt ist, sondern auch seine ein oder andere Macke hat. Gefällt mir sehr gut. Und ich finde deine Punkte wirklich witzig und du wirkst gleich viel sympathischer. Generell machen persönliche Einträge einen solchen Unterschied.
    Und bei den Liegestützen kann ich dir voll und ganz zustimmen. Mein Papa wollte sie mir mal beibringen, nach drei Tagen hat er aufgegeben 😀

    Alles Liebe, Jacky
    kolibritastisch.blogspot.com

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