Was mache ich eigentlich beruflich? (Blogger-Alphabet A wie Arbeit)

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Es scheint eine der spannendsten Fragen zu sein, was ein Blogger eigentlich „in echt“ beruflich macht. Und auch: Wie schafft der oder die das eigentlich, Bloggen neben einem echten Job? Oder bloggt die etwa hauptberuflich?
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Auf neontrauma.de startet mit dem neuen Jahr ein schönes Blogprojekt, das Blogger-Alphabet. Dabei geht es natürlich nicht nur um den Job. Alle 14 Tage wird der nächste Buchstabe im Alphabet Namensgeber für ein Thema rund ums Bloggen. Und mit dem Blogger-Alphabet A stellte Anne die Frage:

In welchem Zusammenhang stehen bei dir dein Blog und dein Job?

Bloggst du über das Thema mit dem du auch deine Brötchen verdienst?

Manchmal.

Womit verdiene ich eigentlich meine Brötchen?

Wie du auf meiner Über-mich-Seite lesen kannst, bin ich studierte Juristin. Ich arbeite im öffentlichen Dienst im Bereich der Justizverwaltung. Zurzeit bin ich in meiner Behörde zuständig für Bausachen. Dort prüfe und bearbeite ich u.a. unterschiedliche Anträge, bin Kontaktperson für verschiedene Firmen, beauftrage sie etc. Zusammengefasst ist es eher ein Bürojob, in dem man aber durchaus mal „raus kommt“. Es ist aber tatsächlich nicht der Job, den ich vor Augen hatte, als ich mein Jurastudium begonnen habe. 😉

Jetzt blogge ich aber nicht über bauliche Themen, sondern über das Bloggen, Organisieren und Lifestyle allgemein. Und über Nagellack. 😀
Aufgrund meines Studiums (und meines privaten Interesses) habe ich hier aber auch schon Beiträge zu rechtlichem Hintergrundwissen für Blogger veröffentlicht, z.B.:

Hier erwähne ich immer wieder, dass ich keine Rechtsberatung erteilen kann. Ich bin keine Anwältin, sondern „nur“ Juristin. 😉 Deswegen sind die Beiträge von mir nach bestem Wissen und Wollen recherchiert, wie man so schön sagt, können aber eine individuelle anwaltliche Beratung oder richterliche Entscheidungen einfach nicht ersetzen.

Könnte ich einen reinen Jura-Blog führen?
Ich denke nicht. Mit meinem Job habe ich schon einen großen Teil des Tages zu tun. Der Blog ist die andere Seite meiner Interessen. Er ist mein Medium, um mich auch mit anderen Dingen zu beschäftigen, die mir Spaß machen.

Hast du beim Bloggen etwas gelernt, was dir im Job hilft – und umgekehrt?

Die Rechtskenntnisse aus meinem Job bzw. aus meinem Studium nützen mir beim Bloggen durchaus. Die ganzen Voraussetzungen und Regeln zum Urheberrecht z.B. musste ich mir als „Neubloggerin“ nicht mühsam zusammensuchen, sondern kannte das UrhG bereits.
Ich lese auch mit Spannung jedes Mal neue Urteile zum Thema Bloggen, Websites, Social Media & Co. Das rechtliche Gerüst war bei mir also von Anfang an da.

Umgekehrt bin ich durch den Blog so richtig ins Schreiben gekommen – was mir wiederrum in meinem Beruf bei der Erstellung von Vermerken und Verfügungen hilft.

Ist dein Blog vielleicht dein Job?

Nein, auch wenn ich das in der Theorie ganz schön fände. Es ist ja eine ziemlich romantische Vorstellung, als Blogger Geld zu verdienen. Man ist berühmt, reich, reist in der ganzen Welt umher, sieht 1000 verschiedene Dinge, die nur durch den Blog möglich wurden etc.

Aber ehrlicherweise darf man die Arbeit, die dahinter steckt, nicht unterschätzen. Bloggen als Job erfordert als Selbstständiger vermutlich viel mehr Selbstdisziplin als eine Arbeit im Angestellten- oder Beamtenverhältnis. Und nicht nur Disziplin. Du bist ja für alles verantwortlich: Bezahlt dich jemand mal nicht, musst du gucken, wie du den Monat über die Runden kommst. Gefühlte 1000 Versicherungen musst du abschließen. Du musst mit dem Blog auch immer am Puls der Zeit bleiben. Willst du mal in den Urlaub, musst du ordentlich vorarbeiten. Und so weiter. Es ist aus meiner Sicht eine Entscheidung, die mehr als nur einmal überlegt sein muss.

Daher könnte ich mir zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen, meinen Blog als Hauptberuf zu betreiben. Ich fände es schön, wenn ich ihn als Nebenjob weiter ausbauen könnte. Dazu bräuchte ich aber definitiv mehr Zeit. 😀

Hast du bzw. würdest du deinen Blog in einer Bewerbung erwähnen?

Nein, bisher nicht.
Ob ich das machen würde? Das kommt drauf an. Wenn es zum angestrebten Job passt, sicherlich. Grundsätzlich hat ein Blogger ja auch viel mehr Softskills als „nur“ das wissen um seine Themen.

Findest du, dass Bloggen Arbeit ist?

Ja. Es ist das komplette Gegenteil von meinem Hauptjob. Ich habe keine festen Arbeitszeiten und kein regelmäßiges Einkommen durch den Blog, mit dem ich meine Miete zahlen müsste (zum Glück!). Daher nehme ich den Blog leider manchmal ehrlicherweise lockerer als ich eigentlich will. Es gibt Zeiten, in denen ich mich nicht an meinen Redaktionsplan halte, weil ich manchmal einfach Wichtigeres zu tun habe. Sowas würde ich mir im echten Job nie erlauben. Daher ist mein Blog kein echter Job, wenn man die Frage so verstehen will.

Nichtsdestotrotz erfordert das Bloggen „Arbeit“. Ich versuche zu planen, mich selbst zu organisieren, mich über Neuigkeiten in der Blogosphäre auf dem Laufenden zu halten und natürlich auch professionell gegenüber potenziellen Kooperationspartnern zu verhalten. Dass diese Arbeit Spaß macht und die Zeit wie im Fluge vergeht, schließt es ja nicht aus.

Willst du wissen, was andere Blogger so machen? Die Teilnehmer findest du hier in den Kommentaren. Wenn du selbst Blogger bist: Mach doch mit beim Blogprojekt. 🙂
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Autor: Diana

Hallo! Ich bin Diana. Dieser Blog ist meine Spielwiese für Blogtipps, Organisation, besonders einfache Nageldesigns, schnelle DIYs und unkomplizierte Rezepte. Ich halte für dich meine Erfahrungen und spezielle Tipps fest, damit du die schönen Dinge ganz einfach nachmachen kannst. Mehr über mich

13 Kommentare

  1. Sehr interessant 😀
    Die Zukunftsmusik was wäre wenn ich mit meinem Blog mein Geld verdienen würde, habe ich auch… aber ehrlich gesagt, wird das ein „Hätte, hätte, Fahrradkette“ bleiben 😀

  2. Auf jeden Fall ist Bloggen Arbeit, und es nimmt auch ganz schon Zeit in Anspruch. Gute Recherche ist zeitintensiv, ebenso fotografieren und auch die Fotos zu bearbeiten.

    Es ist mein Hobby, aber ich investiere gerne die Zeit. Nette Kommentare belohnen mich für die Arbeit, die in einem Post steckt.

    • Die Zeit ist wohl wirklich der größte limitierende Faktor. Andererseits denke ich mir: Hätte ich mehr Zeit, würde ich sie in den Blog stecken? Oder würde ich sie eher verplempern, weil ich ja sowieso mehr davon habe?
      Diesen Ansatz habe ich irgendwo mal aufgeschnappt (Je mehr Zeit wir haben, desto weniger nutzen wir sie) und fand ihn ziemlich interessant.

      Was die Belohnung angeht gebe ich dir vollkommen recht. 🙂 Die Kommentare zu lesen und zu beantworten sind für mich beim Bloggen das Schönste.

  3. Natürlich ist bloggen Arbeit, aber eine, die man sich selbst ausgesucht hat und allein das ist ja schon Motivation genug, um am Ball zu bleiben 🙂

    • Stimmt. 🙂 Den Hauptberuf habe ich mir ja auch selbst ausgesucht und bleibe dort am Ball. Die Motivation muss stimmen, da gebe ich dir recht. 🙂

      Beste Grüße

  4. Das ist ja total interessant. In der Ecke hätte ich dich nie vermutet, ich liebe solche Einblicke in das Reale Leben hinter dem Blog.
    Ich bin aktuell im Marketing, daher habe ich den Blog in der Bewerbung angegeben. Und sind wir mal ehrlich sobald sie mich googlen, würden sie mich wegen meinem Impressum eh finden 😀

    Grüßchen Anni
    http://hydrogenperoxid.net

    • Hehe, ich hätte mich damals auch nie in dieser Ecke vermutet. Wie das Leben manchmal so spielt…
      Im Marketing passt ein Blog optimal rein, finde ich. 🙂

  5. ein schöner blick hinter die kulissen 🙂 danke dafür!
    liebe grüße zum sonntag!

  6. Sehr schön zu lesen wer oder was hinter einem Blog „steht“. Danke dafür und liebe Grüße
    Perdita

    • Liebe Perdita,
      vielen Dank für dein Feedback. 🙂 Eventuell kommen jetzt ein paar Einblicke „hinter die Kulissen“ mehr. 😀

  7. Hallo Diana,
    eine interessante Sache sprichst du mit deinem Beitrag an und ich persönlich komme nicht mal als Büromensch daher, sondern bin ein Facharbeiter in der Industriebranche, derzeit ohne Beruf. Aber dennoch weiss ich, dass das Bloggen zwar ein schönes Hobby ist, dennoch für mich viel Arbeit macht. Ich habe ein nicht zu kleines Portfolio und um all diese Projekte versuche ich mich täglich zu kümmern.

    Eine zu schöne Vorstellung wäre es, mit dem Bloggen, so viel Geld verdienen zu können, dass man es monatlich vierstellig im Portemonnaie hat. Das ist aber die Wunschvorstellung vielerlei Blogger und ich habe es so festgemacht, dass das Blogging für mich eine Freizeitbeschäftigung ist und das eine sehr gute. Ich habe keine anderen Hobbys mehr und will einfach dem Internet nahe sein, meine CMS testen und Erfahrungsberichte schreiben, mich mit den Gleichgesinnten gut austauschen.

    Wenn Feedback kommt, dann hat man etwas richtig gemacht und so freut man sich auf den nächsten Beitrag 😉

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