Like-Button und Share-Button rechtswidrig – LG Düsseldorf

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Sind Like- und Share-Button rechtswidrig?

Sind Like- und Share-Button rechtswidrig?

Page-Plugin verboten – Was war passiert?

Das Landgericht Düsseldorf hat am 09.03.2016 entschieden, dass das Page-Plugin von Facebook nicht eingesetzt werden darf. Im Urteil erklärt das Gericht auch den Like-Button und den Share-Button für rechtswidrig. Dabei geht es zwar grundsätzlich um Websites mit werbendem Charakter – aber das wird eher großzügig verstanden. Im Zweifel gilt das also auch für die „kleinen“ und „privaten“ Blogs.
Hier findest du eine Zusammenfassung und weitere Hinweise, wie du deinen eigenen Blog prüfst und was du tun kannst.

Warum sind Like-Button und Share-Button rechtswidrig?

Durch die Einbindung deiner Like-Buttons, Share-Buttons oder des Page-Plugins wird – logisch – auch ein Facebook-Script eingebunden.
Und hier kommen wir auch zum eigentlichen Problem: Dieses Script verfolgt jeden Besucher, der deinen Blog aufruft. Aber nicht erst dann, wenn er den Button klickt, sondern vom ersten Aufruf deiner Seite! Das passiert sogar mit Besuchern, die gar kein Facebook-Konto haben oder dort ausgeloggt sind. Das Script erhebt u.a. personenbezogene Daten wie die IP-Adresse, die dann für Werbezwecke verwendet werden – und genau das ist nach den deutschen und europäischen Datenschutzbestimmungen ohne Zustimmung deines Lesers nicht erlaubt. Ein Hinweis in der Datenschutzerklärung ist laut des Landgerichts Düsseldorf in diesem Fall nicht ausreichend.

Gilt das auch für andere Social Media Dienste wie Google+, Instagram, Twitter und Pinterest?

Ja, soweit sie Scripte einbinden und somit direkt eine Verbindung aufbauen. Wie du das für deinen eigenen Blog prüfst, kannst du weiter unten lesen.

Was ist mit den Icons/Bildchen in der Sidebar?

Handelt es sich lediglich um Bildchen, die mit einem Link zu deiner Fanpage hinterlegt sind, bauen sie in der Regel keine Verbindung zu Facebook oder anderen Social Media Diensten auf. In meiner Sidebar nutze ich z.B. die Funktion über mein Theme, das nur die Links setzt.

Doch Vorsicht: Gestern habe ich bei einer befreundeten Bloggerin ein Plugin identifiziert, das eigentlich nur die Icons in der Sidebar zeigen sollte. Dieses Plugin ließ jedoch trotzdem die Scripte von Facebook & Co. laden. Prüfe daher am besten alle deine Social Media Plugins und Eintragungen dazu, die du z.B. über dein Theme eingebaut hast. Das funktioniert auch recht einfach, weiter unten habe ich eine Anleitung dazu verlinkt.

Rechtlicher Hintergrund

Wenn du die genauen rechtlichen Hintergründe in verständlicher Form nachlesen möchtest, empfehle ich dir folgenden Artikel:
Rechtsanwalt Schwenke bei allfacebook zum Urteil des LG Düsseldorf
Dort findest du eine ganze Reihe von FAQ mit Hinweisen, was genau nun erlaubt ist und was nicht. Und wie weit das Urteil eigentlich reicht, denn bei Facebook ist noch lange nicht Schluss.

So prüfst du deinen eigenen Blog

Du kannst auf deinem Blog selbst prüfen, ob die Buttons, die du dort einsetzt, Daten an Facebook übermitteln. Eine sehr sehr gute und super verständliche (bebilderte) Anleitung dazu findest du hier:
sectio-aurea: Woran erkenne ich, dass meine Seite betroffen ist?
Es ist ein kleines bisschen technisches Know-How erforderlich, aber besonders mit Firefox funktioniert das prima und du kannst sehen, wohin die Daten deiner Nutzer eigentlich geschickt werden.
Findest du unter den Eintragungen z.B. „Facebook“, kannst du nach und nach deine Social Plugins wie z.B. den Share-Button ausschalten und deinen Blog nochmal neu prüfen.

Das kannst du jetzt tun:

Hast du das Page-Plugin oder den Share-Button in deinem Blog drin? Dann würde ich ihn aktuell sicherheitshalber abschalten. Sicherlich ist es hübsch, wenn in der Sidebar zu sehen ist, wie viele Facebook-Fans du hast. Aber da musst du im Moment das Risiko für dich abwägen. Das Urteil ist zwar noch nicht rechtskräftig – aber ob da überhaupt noch Rechtsmittel eingelegt werden, weiß ich nicht.
Wenn du deinen Blog über WordPress.org selbst hostest, dann ist das Plugin Shariff Wrapper eine Alternative für dich. Es funkt eben keine Daten deiner Besucher direkt an Facebook, Twitter & Co. weiter, sondern baut erst dann eine Verbindung auf, wenn der Leser sich bewusst für’s Teilen des Beitrags entscheidet.

Fazit: Nicht durchdrehen!

Ja, so ein Urteil geht natürlich erstmal durch die ganze Onlinewelt und verunsichert viele Blogger und Websitebetreiber. Allerdings gab es in diesem Bereich bereits vorher schon immer wieder Hinweise, dass die Like-Box z.B. gegen die datenschutzrechtlichen Vorgaben verstößt. Überraschend ist es daher – aus meiner Sicht – nicht. Es mag auf den ersten, vielleicht sogar auf den zweiten Blick ärgerlich sein, wenn man für seine Social Media Plattformen keine „Werbung“ mehr machen kann. Aber ganz so schwarz sieht’s meiner Meinung nach gar nicht aus.
Wichtig ist jetzt, dass du einen kühlen Kopf bewahrst und dir überlegst, wie du damit umgehst. Am sichersten ist es, wenn du die entsprechend beanstandeten Dienste abschaltest und vorerst auf Alternativen zurückgreifst.

Hinweis: Dies ist keine rechtliche Beratung, sondern lediglich eine Zusammenfassung der Ereignisse mit weiterführenden Links, die dir hoffentlich helfen werden, die Situation selbst einzuschätzen.

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Autor: Diana

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12 Kommentare

  1. Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung und den Tipp mit Shariff Wrapper. Ich sah mich schon meine kompletten Plugins zu mein Theme zu durchforsten, weil ich auf Anhieb gar nicht weiß, wo genau die Share-Buttons eingebaut sind. Puh! Generell finde ich den Gerichtsbeschluss gar nicht schlecht, aber für viele Webseitenbetreiber bedeutet das jetzt natürlich eine Menge Arbeit.

    • Ein bisschen Arbeit ist es schon, das stimmt. Ich finde allerdings, dass man – zumindest was die Facebook-Geschichte angeht – eine Umstellung auf datenschutzkonforme Buttons ziemlich einfach bewerkstelligen kann. Da ist jede Aufregung über das Urteil viel aufwendiger, als mal eben die Plugins zu ändern. 🙂
      Das größere Problem ist der Rest, der so im Urteil steht… Viele sprechen vom Untergang des „dynamischen Internets“ und einem „krassen Wettbewerbsnachteil Deutschlands“. Was da noch kommt, wird spannend.

  2. Ich denke, mit dem SHARIFF-Plugin kann man gut leben.
    Wenn jemand den eigenen anderen Kanälen folgen will, dann doch nicht, weil ein Plugin „1111 Fans“ ausspuckt 😉 sondern weil ihm die Inhalte, der Blog, das Thema gefällt.

    Um die FB-Fanseite sichtbarer und schöner auf dem Blog zu präsentieren, kann man sich ja eine ins Auge fallende schöne Grafik dafür ausdenken … und hebt sich dann nochmal von anderen Blogs ab.

    • Danke Birgit, genauso sehe ich das auch. Ich persönlich finde es nicht so wichtig, Fanzahlen auf meinem Blog anzuzeigen. Anderen ist das aber sehr wichtig, klar, dass die sich dann darüber aufregen, dass es nun nicht mehr erlaubt sein soll. Dass das aber nicht datenschutzkonform ist, ist schon länger bekannt und stand auch schon häufiger in der Diskussion.
      Letztlich muss da jeder selbst sein Risiko einschätzen.

      Die Grafik finde ich eine tolle Idee. 🙂 Ist halt Arbeit, die zu aktualisieren und manche haben Angst um ihre Kooperationen, weil eine Grafik ja nicht dynamisch und damit nicht in Echtzeit angezeigt wird… So hat wohl jeder seine Präferenzen.

  3. Liebe Dina,

    vielen Dank für deine verständliche Zusammenfassung und Erklärung. Wichtig finde ich wie du: Erst mal cool bleiben und einen klaren Kopf bewahren. Dann handeln. 😉 Dann wird schon alles gut. 😉
    Das Sharrif Plugin stand schon lange auf meiner to-do Liste – jetzt ist die Prio dafür halt nach oben gerückt, auch gut. 🙂

    LG, Sunray

    • Hallo 🙂
      Genau, nicht immer gleich alles schwarz sehen und vom „Untergang des Internets“ sprechen, finde ich auch wichtig.
      Probier das Shariff Wrapper Plugin ruhig mal aus – es sieht für mich nämlich genauso aus wie jeder andere hübsche Share-Button auch und ist ziemlich simpel einzustellen. 🙂

      Grüße

  4. und dann kaufe ich noch ein „a“ 😉 Entschuldige, da waren die Finger wohl zu flink 😀

  5. Och nööö, ich mag diese Like-Boxen immer ganz gerne auf anderen Blogs 🙁

    Danke, für diese hilfreiche Zusammenfassung, liebe Diana! Und auch für den Tipp mit dem Shariff-Plugin 🙂

    Liebe Grüße,
    Anna

  6. Danke für den Hinweis! Davon habe ich ja garnicht gehört.
    Oh man x.x

  7. Hallo Diana,

    sehr schön erklärt und der allgemeinen Panik mal ein wenig den Wind aus den Segeln genommen. Dazu noch mit verständlichen Fakten.

    LG Thomas

    • Hallo Thomas,
      hab vielen Dank für dein Feedback. 🙂 Ich hatte sehr gehofft, dass mein Artikel ein bisschen mehr „Nüchternheit“ in die ganze Angelegenheit bringt und somit der ganzen (teilweise künstlich aufgebauschten) Aufregung ein bisschen entgegenwirkt.

      Beste Grüße

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